interner Bereich


Schwere Wege leicht machen – Erfolgreiche Strategien gegen Gewalt an Frauen

Erfolgreicher Fachtag der Landesarbeitsgemeinschaft Autonomer Frauenhäuser NRW e. V. am 21.11.2013. 150 Gäste diskutierten über erfolgreiche Strategien gegen Gewalt an Frauen.

Fachtag 21.11.2013

Auftakt der Veranstaltung bildete ein Virtueller Rundgang durch Autonome Frauenhäuser in NRW, welcher auf innovative Weise  Einblick in den Alltag von Frauenhäusern bot und gleichzeitig die Aufgabenvielfalt verdeutlichte. In einem Vortrag zu „Herausforderungen an erfolgreiche Strategien gegen Gewalt an Frauen“ führte Frau Marion Steffens als Vertreterin der LAG Autonomer Frauenhäuser NRW thematisch ein.

Als Podiumsgäste nahmen teil:

  • Monika Schröttle, Sozialwissenschaftlerin und Politologin an den Universitäten Gießen und Nürnberg, Mitherausgeberin der ersten repräsentativen Studie „Gewalt gegen Frauen“ 2004. Sie weist auf die Bedeutung von Prävention hin und auf die Notwendigkeit einer disziplinübergreifenden Diskussion.
  • Roland Hertel sitzt im Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt und arbeitet im Interventionszentrum gegen Häusliche Gewalt Südpfalz mit den Tätern, für die Opfer. Er fordert ein Hin zur Regelfinanzierung der Frauenhausarbeit.
  • Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW tritt für eine verbesserte Vernetzung und für ein Gesamtkonzept ein.
  • Heike Lütgert, lange Leiterin des Kommissariats Prävention und Opferschutz bei der Polizei Bielefeld, jetzt Dozentin für Kriminologie und Kriminalistik an der FhöV,NRW. Ihre provokative Aussage: „Wir brauchen mehr tote Frauen. Das würde wirken“
  • Marion Steffens, als Vertreterin der LAG Autonomer Frauenhäuser NRW e.V. verweist auf die Notwendigkeit einer Perspektivenentwicklung zu wirksamen Strategien im Rahmen eines wirkungsvollen, langfristigen, finanziell ausgestatteten Gesamtkonzeptes.

Fachtag 21.11.2013 - Podium

Die diskutierten Fragen auf dem Podium sowie in der anschließenden Diskussion mit dem Publikum lauteten:

  • Welche Fragestellungen und Probleme tun sich in der Frauenhausarbeit auf?
  • Was wurde bisher erreicht und welche neuen Ansätze kann es geben?

Vielstimmig wurden eine angemessene Finanzierung der Frauenhausarbeit und der gesicherte Schutz für von Gewalt betroffenen Frauen und ihrer Kinder gefordert. Die politische Entscheidungsebene weist auf die enge Haushaltslage hin und gibt kein Signal auf eine baldige Umsetzung eines Landesfinanzierungsgesetzes.

Zur Beantwortung der Frage, ob sich die Arbeit der Autonomen Frauenhäuser ausreichend am Bedarf der aufgenommenen Frauen orientiert, wurde eine Studie zur Zufriedenheit der Nutzerinnen extern wissenschaftlich von Frau Professorin R.Becker, TU Dortmund erstellt.

Diese Studie „Das Leben im Frauenhaus- Ergebnisse einer Befragung zur Zufriedenheit von Bewohnerinnen der Autonomen Frauenhäuser in Nordrhein-Westfalen“ ist zu beziehen über die Landesarbeitsgemeinschaft Autonomer Frauenhäuser NRW e.V. und belegt empirisch:

  • Die Dauer des Aufenthalts hat wesentliche Auswirkungen auf die Möglichkeit ein gewaltfreies Leben nach dem Frauenhaus aufzubauen
  • Neben der praktischen Unterstützung wird von den Bewohnerinnen besonders geschätzt, dass ihnen zugehört und geglaubt wird
  • Die baulich-räumliche Ausstattung in den Autonomen Frauenhäuser ist von den heute gesellschaftlich üblichen Normen akzeptabler Wohnverhältnisse eklatant entfernt

Insgesamt eine facettenreiche Veranstaltung und ein weiterer Baustein für die andauernde und schwierige Diskussion um die Gestaltung eines Gesamtkonzeptes für eine erfolgreiche Anti-Gewalt-Arbeit.